Pilon by D. Chartrand

Note: For the original English version of this interview, please see above!

Im April hatte ich die Möglichkeit, mich mit dem Québecker Regisseur Benoît Pilon in Montréal auf ein Gespräch zu treffen. Sein erster fiktionaler Langspielfilm “Ce qu’il faut pour vivre” (etwa: Was es zum Leben braucht) hatte es kürzlich erst auf die Shortlist für den Oscar als “Bester nicht-englischsprachiger Film” geschafft und war einige Tage zuvor mit 4 Genies (wichtigster kanadischer Filmpreis) u.a. für die “Beste Regie” sowie 3 Jutras (wichtigster québecker Filmpreis) u.a. für den “Besten Film” ausgezeichnet worden.

KinoQuébec: Herzlichen Glückwunsch erst einmal zum Genie-Award für die “Beste Regie” für “Ce qu’il faut pour vivre”. Es waren zuletzt bestimmt sehr geschäftige aber auch aufregende Wochen?

Benoît Pilon: Ja natürlich gab es ein bisschen Medienrummel, aber hauptsächlich jede Menge Glückwunsch-Mails von Freunden, Familienmitgliedern, Bekannten etc. Ich bin immer noch damit beschäftigt, allen zu antworten. Es sind in der Tat sehr aufregende Wochen!

KinoQuébec: Haben Sie etwas in dieser Art erwartet oder war es eher eine totale Überraschung?

Benoît Pilon: Das ist eine schwierige Frage, wenn man sie wirklich ehrlich beantworten will, da es weder eine totale Überraschung war, noch etwas, das man wirklich erwartet hat. Wenn man dabei ist einen Film zu drehen gibt es bestimmte Momente in denen man denkt “Oh! Ich glaube wir haben hier wirklich etwas!”, man hat ein gutes Gefühl, man dreht, schaut sich die täglichen Aufnahmen an, der Schauspieler ist großartig, die Aufnahmen sind gut. Dann geht es in den Schnitt und es gibt ein oder zwei Wochen in denen man denkt, dass man die Sache falsch angepackt hat, dass man alles in den Sand gesetzt hat und nie etwas Vernünftiges dabei herauskommen wird. Aber mein Cutter Richard Comeau hat mich dann immer beruhigt: “Benoît, all das wichtige Grundmaterial ist da, mach Dir keine Sorgen! Wir kriegen das hin!”. Und man arbeitet weiter und weiter und langsam aber sicher nimmt der Film Gestalt an. Man macht einige Probevorführungen und sieht die Reaktionen der Leute, sie fangen an, beeindruckt zu sein und man sagt sich: “Das ganze hat also doch einen Wert!”. Aber worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass es ein langsamer Prozess ist, man lebt mit seinem Film für eine sehr lange Zeit. Und wenn man den Bildschnitt schließlich abschließt und sich um den Ton und die Entwicklung im Kopierwerk kümmert, dann erhält man weitere Reaktionen von anderen Leuten, die in die Post-Produktion involviert sind. Und die Reaktionen, die wir bekamen waren allesamt sehr positiv. Deshalb war es keine totale Überraschung, dass die meisten Leute den Film mochten als er veröffentlicht wurde. Was schwieriger einschätzbar ist, ist der Grad der Wertschätzung. Wir waren deshalb sehr erfreut, als wir die überaus positiven Reaktionen von Publikum und Presse sahen. Der Film wird mit Sicherheit kein Blockbuster werden, er wird nicht Millionen über Millionen einspielen, aber die Reaktionen waren überall – sei es in Europa, den Vereinigten Staaten oder hier in Kanada – durchweg großartig. Deswegen habe ich gesagt, dass man so etwas weder wirklich erwartet noch total davon überrascht ist, es ist irgendetwas zwischendrin.

KinoQuébec: Dieses Blog will auch diejenigen ansprechen, die sich mit dem Cinéma Québécois und Québec im Allgemeinen vielleicht überhaupt nicht oder nur wenig auskennen. Deshalb habe ich mich gefragt, ob Sie uns vielleicht erzählen können, wo genau aus Québec Sie herkommen und wie es war dort aufzuwachsen.

Benoît Pilon: Ich bin geboren und aufgewachsen in Montréal-Nord, wo es zuletzt viele soziale Spannungen mit der haitianischen Gemeinde gegeben hat. Zur Zeit meiner Kindheit war das Viertel hauptsächlich franko-kanadisch, mit einer bestimmten Menge an italienischen Einwanderern. Es ist eines der Viertel, die sich in den letzten Jahren stark verändert haben. Meine Eltern wurden nicht in Montréal-Nord geboren, wuchsen dort aber als Teenager auf. Als ich elf Jahre alt war, zogen wir von dort in einen Vorort namens Varennes an der South Shore des St. Lorenz-Stroms der Montréal passiert. Und ich denke, das hat irgendwie meine Erfahrungen als Jugendlicher bestimmt. Wenn man dort lebt, dann hat man vielleicht zwei Busse am Morgen und zwei Busse am Abend, die in die Stadt fahren. Man fühlt sich irgendwie gar nicht so weit von der Stadt weg, aber man ist trotzdem entfernt davon. Als Jugendlicher will man natürlich mit seinen Freunden in die Stadt deshalb war es immer etwas ganz Besonderes und man hatte danach immer Probleme mit dem Heimkommen. Ich denke diese Idee des suburb (Vorstadt, Anm. d. Übersetzers) ist etwas sehr Amerikanisches.

KinoQuébec: Wie kam es, dass Sie sich für Film interessiert haben und wie kamen Sie ins Filmgeschäft?

Benoît Pilon: Eine Sache, die ich gemacht habe, als ich in die 5. Klasse der High School in Varennes ging, war ein Theaterstück von Michel Tremblay (Québecs wohl bekanntester Bühnenautor, Anm. d. Übersetzers) auf die Beine zu stellen. Ich spielte die Hauptrolle und machte am Ende auch die Regie. Und das war etwas, das mein Leben verändert hat. Davor habe ich mich zwar fürs Lesen und Schreiben interessiert, aber ich war doch eher ein Kind, das einfach nur Spaß haben wollte. Ich war gut in der Schule, ich war gut in den naturwissenschaftlichen Fächern und ich war sehr gut in Mathematik und deshalb haben mir meine Eltern immer geraten mich am CEGEP (Collège d’enseignement général et professionnel, voruniversitäre Bildungseinrichtung in Québec, Anm. d. Übersetzers) mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen, da einem das alle Türen offen hält. Aber ich hatte eben dieses Theaterstück gemacht, mir hatte das wirklich gefallen und ich wollte sehr gerne etwas im Bereich Kunst und Theater machen. Trotzdem habe ich gleichzeitig auch auf meine Eltern gehört und bin aufs CEGEP gegangen. Ich war außerhalb des Studiums etwas im Theaterbereich aktiv und machte auch ein bisschen etwas im Bereich Fotografie. Nach dem CEGEP wusste ich erst einmal nicht so recht, wie es weitergehen sollte. Da ich schon immer einmal reisen wollte, ging ich dann auf eine einjährige Rundreise durch Europa, die Türkei, Israel und Ägypten. Als ich wieder zurückkam, begann ich mir erneut Gedanken darüber zu machen, was ich nun als nächstes anfange und ich begann mich mit dem Schauspielen zu beschäftigen, um als Schauspieler an eine Theaterschule zu gehen. Ich dachte damals schon daran, mise-en-scène zu machen, Regie im Theater, darauf zielte ich ab, aber ich war ebenso der Meinung, dass es womöglich gut sei, eine formelle Ausbildung als Schauspieler als Grundlage zu haben. Leider wurde ich an der Theaterschule nicht angekommen und ich sagte mir: “Na ja, Du kommst aus einer Familie ohne jeglichen künstlerischen Hintergrund, Du bist kein Künstler, deshalb sollte ich mich vielleicht einfach besser auf die Naturwissenschaften konzentrieren, denn darin bin ich gut.” Ich begann also ein Chemie-Studium an der Université de Montréal, doch gleich am allerersten Tag kam mir der Gedanke, dass das Blödsinn ist und ich verließ die Universität wieder. Ich begann damit, für ein Semester La Presse (Québecker Tageszeitung, Anm. d. Übersetzers) über das Telefon zu verkaufen und machte ein paar weitere Fotoarbeiten. Etwas später entschied ich mich dann dazu, ein Studium der Bio-Chemie an der McGill University in Montréal anzufangen und ich habe dort tatsächlich ein Semester zugebracht und Kurse in Chemie und Physik belegt. Ich habe dort ein paar Leute getroffen, die voller Leidenschaft für die Naturwissenschaften waren, wirklich ganz voller Leidenschaft. Da ist mir klar geworden, dass nur diejenigen wirklich Erfolg haben werden, die mit voller Leidenschaft bei der Sache sind – und das war ich sicher nicht. Meine Leidenschaft galt etwas Anderem. Deshalb ging ich zurück zur Université de Montréal und schrieb mich für vier Kurse ein: zwei im Bereich Filmwissenschaft, einen Kurs zum Experimentalfilm und einen zum Dokumentarfilm, sowie zwei Kurse im Bereich Kunstgeschichte, einen Kurs zum Deutschen Expressionismus und noch einen anderen. Das war fantastisch! Als ich mich dann mit der Analyse von Filmen beschäftigte war das wie eine Offenbarung für mich und ich dachte: “Mein Gott, ist das cool!” Danach ging es für mich mit einem Studium der Filmproduktion an der Concordia University Montréal weiter. Ich wurde dort lediglich mit meinen theoretischen, schriftlichen Arbeiten, einer Fotoserie und meiner im Gespräch geäußerten Leidenschaft für Filme und das Filmemachen angenommen – das war alles. Ich machte in drei Jahren also meinen BFA in Film Production, das war 1987. Einer der Kurzfilme, den ich dort gemacht habe, “La Rivière Rit” (Der Fluss Rit, Anm. d. Übersetzers), gewann einen Preis und wurde nach Frankreich zu Canal Plus verkauft. Es war ein 23-minütiger Kurzfilm in 16mm mit professionellen Schauspielern. Doch nachdem ich mein Studium an der Concordia University abgeschlossen hatte, fühlte ich mich noch nicht so wirklich bereit zu sagen: “Hey, ich bin jetzt Filmemacher!” Einige meiner Freunde begannen damit, Produktionsfirmen zu gründen und machten hauptsächlich Werbespots und Videoclips. Ich bin von meiner Art her jemand, der immer alles verstehen will von dem was ich mache, bevor ich damit anfange. Ich wollte wirklich ins Filmgeschäft einsteigen, aber ich wollte es von innen heraus lernen. Deshalb entschied ich mich dazu, als Regieassistent-Praktikant anzufangen und es ging dann vom dritten zum zweiten zum ersten Regieassistenten. Ich war allerdings auch zusammen mit einigen Freunden von der Concordia University an der Gründung einer kleinen unabhängigen Produktionsfirma mit Namen “Les films de l’autre” beteiligt, bei der ich mehrere Jahre Mitglied im Verwaltungsrat war. 1993 produzierte, schrieb und führte ich Regie bei meinem ersten fiktionalen Kurzfilm außerhalb der Universität, “Regards volés” (Gestohlene Blicke, Anm. d. Übersetzers). Es war dann denke ich 1995, als ich meinen Großonkel Rosaire kennenlernte und das führte mich dann zu meinem Film “Rosaire et la Petite-Nation” (Rosaire und die Petite-Nation, Anm. d. Übersetzers), welcher wirklich eine Art Wendepunkt in meiner Karriere darstellte. Nach diesem Film kam man auf mich zu und bot mir eine TV-Serie an, “Réseaux” (Netzwerke, Anm. d. Übersetzers). Die Arbeit, die ich als Regie-Assistent, Produzent und Regisseur geleistet hatte, war von einigen Leuten wahrgenommen worden und dieses Leute dachten, ich sei nun soweit bei einer TV-Serie Regie zu führen. Ich machte das also zwei Jahre lang und ich schätze, dass mich das im Geschäft etabliert hat und ich weiter meine Filme machen konnte.

KinoQuébec: Lassen Sie uns über Ihren neuesten Film sprechen, “Ce qu’il faut pour vivre”. Hat Sie die Geschichte gefunden oder haben Sie die Geschichte gefunden?

Benoît Pilon: Die Geschichte hat mich gefunden, da ich zu der Zeit ein eigenes Drehbuch schrieb, ein Projekt, das ich zusammen mit der Produktionsfirma ACPAV entwickelte. Ich arbeitete an diesem Projekt während ich gleichzeitig einen anderen Dokumentarfilm – “Roger Toupin, épicier variété” (Roger Toupin – Gemischtwarenhändler, Anm. d. Übersetzers) – drehte, leider konnten wir nie eine Finanzierung dafür finden. Die Produzentin Bernadette Payeur hatte aber damals das Drehbuch von Bernard Émond und sie wollte einen Film mit mir machen. Sie produziert auch die Filme von Bernard Émond und sie wusste, dass Bernard das Drehbuch nicht selbst verfilmen wollte. Er hatte das Drehbuch in den frühen 90er-Jahren geschrieben und war mittlerweile mit seiner Arbeit an einem anderen Punkt angelangt. Also bat mich Bernadette Payeur, Bernards Drehbuch zu lesen, was ich dann auch gemacht habe. Ich fand, dass es eine wunderbare Geschichte war und fühlte mich sehr eng mit dem verbunden, was Bernard geschrieben hatte. Bernard Émond kommt ebenfalls vom Dokumentarfilm und ich mag seine Arbeit wirklich sehr. Als “Roger Toupin” veröffentlicht wurde hatte ich gerade ein weiteres “Nein” für die Finanzierung des anderen Projektes bekommen, an dem ich arbeitete und ich dachte mir, ich sollte das vielleicht eine Weile beiseite legen. Ich kam zurück auf Bernards Drehbuch und Bernadette Payeur sagte: “Was hältst Du von diesem Projekt?” und ich entgegnete “Ja klar, lass uns das machen!”. Ich fing also an, selbst ein wenig Recherche zu betreiben und änderte ein paar wenige Dinge im Drehbuch.

KinoQuébec: Viele Filme aus Québec scheinen sich mit der Frage von Identität auseinanderzusetzen, sei es auf einer eher persönlichen oder auf einer nationalen oder gesellschaftlichen Ebene. Ist “Ce qu’il faut pour vivre” ein Beitrag zu der Vorstellung, dass die Inuit ebenso ein wichtiger Bestandteil der Geschichte Québecs sind?

Benoît Pilon: Sie sind mit Sicherheit ein wichtiger Bestandteil der québeckischen und kanadischen Identität. Ich bin der Ansicht, dass unsere Beziehungen zu den First Nations (“Erste Nationen”, so werden in Kanada die verschiedenen Stämme der Ureinwohner bezeichnet, Anm. d. Übersetzers) hier in Québec und überhaupt in ganz Amerika immer noch sehr problematisch ist. Es ist erstaunlich, wie wenig wir über sie und ihre Kultur wissen. Wir befinden uns in einer sehr angespannten Beziehung mit ihnen, weil ich denke, dass wir, die Weißen, irgendwie ein schlechtes Gewissen mit uns herum tragen und dass dieses schlechte Gewissen sehr stark die Filme färbt, die wir über sie machen. Deshalb sieht man nur selten wirkliche Anstrengungen, sich auf die First Nations zuzubewegen und einfach zu verstehen, wer sie sind. Sehr oft, wenn wir Filme über sie machen, dann geht es um unser eigenes schlechtes Gewissen. So in der Art “Schaut, was wir ihnen angetan haben!”, es geht also grundsätzlich um uns selbst. Das ist in einer bestimmten Hinsicht in Ordnung, da es eben das ist, was das Gewissen ausmacht. Was mir aber wirklich an Bernard Émonds Drehbuch für “Ce qu’il faut pour vivre” gefiel, war, dass es nicht besonders in der Art war, die ich gerade beschrieben habe. Natürlich war auch ein bisschen davon enthalten, denn es war wirklich dramatisch, was damals mit den Inuit passierte. Aber was ich an Bernards Drehbuch überaus schätzte war, dass wir nur mit Tivii zusammen waren, das wir quasi einen Blick auf uns selbst durch seine Augen bekamen. Ich denke, das war ein wirklicher Schritt in Richtung dieser Menschen, um zu versuchen, sich in deren Haut zu versetzen. Und ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass wir uns hier in Québec und in Kanada bemühen, die First Nations wirklich kennen zu lernen, wer sie sind, und dass wir uns nicht ständig in einer Beziehung der Angespanntheit befinden. Wissen Sie, einige Leute sagen “Die zahlen keine Steuern!” und die machen dies und das, und die First Nations sagen “Wir waren zuerst hier!”. Natürlich waren sie zuerst hier, aber jetzt sind wir nun mal alle hier zusammen. Was machen wir nun also? Was wollen wir voneinander wissen? Lernen? Teilen? Wie hören wir einander zu? Es ist jedenfalls wichtig, dass die Inuit und die First Nations präsenter sind, zum Beispiel in den Schulen. Wir haben nie wirklich etwas über sie gelernt, vielleicht ein kleines Lied oder ein paar Wörter, aber das war alles. Wir haben nie die Grundlagen einer dieser Sprachen gelernt.

KinoQuébec: Sprache ist ein weiteres wichtiges Thema im Kino von Québec und es scheint sehr eng mit der Frage der Identität verbunden zu sein. In “Ce qu’il faut pour vivre” verbessert sich die Situation für Tivii erst dann wirklich, als er jemanden findet, der seine Sprache  spricht und mit dem er seine Gefühle teilen kann. Ist Sprache, das Bedürfnis verstanden zu werden und das Bedürfnis nach Schutz und Bewahrung der eigenen Kultur eine Sache, die sowohl den Québeckern als auch den Inuit gemein ist? Sind die Inuit innerhalb Québecs vielleicht ein wenig so etwas wie die Québecker innerhalb Kanadas?

Benoît Pilon: Ja, ich denke schon. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass es darüber hinaus geht, ich denke es ist eine Frage von ganz grundsätzlicher Verständigung. Wenn man irgendwo festsitzt und niemand versteht einen, man selbst versteht niemanden und es werden keine Anstalten gemacht, aufeinander zuzugehen, dann existiert man als menschliches Wesen fast gar nicht, man ist einfach nicht da. Ich habe die Sache also eher aus dieser Perspektive gesehen, weniger auf einer sozio-politischen Ebene. Natürlich kann man das auch auf diese Art und Weise betrachten und das ansprechen, was Sie gesagt haben, nämlich die Wichtigkeit als soziale Gruppe anerkannt zu werden. Und auf der sozio-politischen Ebene kann man dann auch über Einwanderung und Sprache reden. Ich bin der Ansicht, dass es überaus wichtig ist, dass Einwanderer die Sprache erlernen, wenn sie sich in die Gesellschaft integrieren wollen. Und das sollte von beiden Seiten ja erstrebenswert sein. Andererseits ist es aber auch wichtig, dass wir anerkennen woher sie kommen und wer sie sind. Selbstverständlich werden wir nicht all die verschiedenen Sprachen der Einwanderer lernen, die hier her kommen, aber nichtsdestotrotz gibt es die Notwendigkeit für ein grundsätzliches Verständnis davon wer sie sind. Ich denke auch, dass “Ce qu’il faut pour vivre” davon handelt. Tivii fängt erst wirklich an zu existieren als er jemandem seine Geschichten und wo er herkommt erzählen kann. Und die Leute hören seinen Geschichten zu und beginnen zu verstehen, wer er ist.

KinoQuébec: “Ce qu’il faut pour vivre” war Ihr erster fiktionaler Langspielfilm nachdem Sie bis dahin ausschließlich Langdokumentarfilme gemacht hatten. Der Dokumentarfilm hat ebenfalls eine sehr starke Tradition in Québec und selbst fiktionale Filme sind oft in der Realität oder in realen Ereignissen verankert, wie zum Beispiel die Sache mit der Tuberkulose-Epidemie in “Ce qu’il faut pour vivre”. Wechseln Sie nun die Seiten oder würden Sie sich immer noch als Dokumentarfilmer sehen?

Benoît Pilon: Es ist irgendwie witzig, ich habe mir selber nie vorgestellt, Dokumentarfilmemacher zu werden, da ich ja mit fiktionalen Kurzfilmen und einer Fernsehserie angefangen habe und selbst als ich dann Dokumentarfilme machte ging es mir darum Geschichten von echten Leuten zu erzählen, Geschichten über das wahre Leben. Deshalb war die Umstellung für mich nicht besonders groß, es ging um eine Erzählung. Für mich sind die Personen wichtig, sowohl im Dokumentarfilm als auch im Spielfilm. Wenn ich einen Dokumentarfilm mache, dann denke ich genauso immer daran, wie ich die Kamera am besten einsetzten kann, wie den Schnitt, die Musik, filmische Gestaltungsmittel im Allgemeinen, um die Geschichte zu erzählen. Dasselbe also wie bei einem Spielfilm. Was mich am Fiktionalen reizt ist die Idee, dass man von Null beginnt und eine ganze Welt erfindet. Das ist eine andere Art von Herausforderung. Was mich wiederum am Dokumentarfilm reizt ist, dass man das Leben der Leute interpretieren und versuchen muss, Sinn daraus zu machen, seinen eigenen Sinn. Es ist außerdem einfacher, bei einem Dokumentarfilm einfach so drauflos zu drehen als bei einem Spielfilm. Es geht mir hier also nicht darum, mich auf die eine oder die andere Seite zu stellen, es geht darum, was für einen verfügbar, was möglich ist. Alle meine Dokumentarfilme sind mehr oder weniger zufällig entstanden. Wie zum Beispiel bei meinem Großonkel Rosaire, den ich kennen gelernt habe, weil meine Eltern in diese Gegend gezogen sind oder auch bei Roger Toupin, da ich in Montréal gleich gegenüber von ihm lebte. Und während der Dreharbeiten zu “Roger Toupin” lernte ich Nestor kennen, einen Freund von Roger Toupin und ich begann mich für seine Geschichte zu interessieren, die denke ich etwas über das Québec der 40er und 50er-Jahre verrät. Später machte ich dann “Nestor et les oubliés” (Nestor und die Vergessenen, Anm. d. Übersetzers). Es ist also nicht so, dass ich ständig irgendwelchen Dokumentarfilm-Themen hinterher laufe. Es ist aber lustig, dass ich jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, einen Film zu drehen, es sich immer um einen Spielfilm handelt. Dokumentarfilme passieren einfach so, zufällig.

KinoQuébec: Natar Ungalaq liefert eine schauspielerische Glanzleistung ab und ich denke, es ist großartig, dass er all diese Preise gewinnt. Wie haben Sie ihn gefunden, ist er ein professioneller Schauspieler und wie haben Sie sich mit ihm auf dem Set verständigt?

Benoît Pilon: Ich hatte Natar in “Atanarjuat – The Fast Runner” (deutscher Titel: “Atanarjuat – Die Legende vom schnellen Läufer”, Anm. d. Übersetzers) gesehen, er spielte in diesem Film die Hauptrolle und ich fand seine schauspielerische Leistung einfach großartig. Und als ich dann das Drehbuch zu “Ce qu’il faut pour vivre” las, da dachte ich gleich “Er ist derjenige, der das machen muss!”. Die Geschichte ist für das Publikum nicht ganz einfach, wenn man sich die Synopsis durchliest. Ein kranker Inuit-Mann der die ganze Zeit hustet, der sterben will, der in einem Sanatorium ist – da braucht man wirklich jemanden, der den Film trägt, mit dem das Publikum mitfühlen kann. Ich war davon überzeugt, dass Natar das machen konnte, ich konnte mich gut an seine leuchtenden Augen, an sein Charisma in “Atanarjuat” erinnern. Ich schrieb ihm und sandte ihm das Drehbuch per eMail zu, denn er lebt in Iglulik (eine Gemeinde im nordkanadischen Territorium Nunavut, Anm. d. Übersetzers), hoch im Norden, am Ende der Welt. Es dauerte ungefähr eineinhalb Jahre bevor ich mich mit ihm treffen konnte. Er las das Drehbuch und er wollte es von Anfang an machen, ihm gefiel das Drehbuch. Aber wir warteten noch bis wir die Finanzierung beisammen hatten. Und ich hatte einige Bedenken, wie ich mich am Set mit ihm verständigen würde. Weniger in sprachlicher Hinsicht, ich wusste, dass er Englisch sprach, sondern mehr in kultureller Hinsicht. “Atanarjuat” war ein Film, der von Inuit über die Inuit gemacht worden war und jetzt kam ich dort hin als Weißer und wollte einen Film über einen Inuit-Mann machen. Ich dachte darüber nach, wie Natar das ganze aufnehmen würde. Aber das Treffen verlief sehr gut, als ich ihm das erste Mal in Iqaluit (Hauptstadt des nordkanadischen Territoriums Nunavut, Anm. d. Übersetzers) begegnete. Natar was sehr sehr offen, freundlich und hilfsbereit. Ich traf dort auch durch Zufall Paul-André Brasseur, der dann den kleinen Jungen im Film spielen sollte. Ich hatte da eine kleine Szene, die ich mit den beiden ausprobierte. Paul-André sprach kein Inuktitut (Sprache der Inuit, Anm. d. Übersetzers) und ich sagte ihm, er solle für morgen nur drei Wörter lernen. Es war die Szene, in der Tivii in seinem Krankenhauszimmer aufwacht während der Junge an seiner Seite ist und er ihn das erste Mal sieht. Natar war so hilfsbereit im Umgang mit Paul-André und ich sah gleich, dass ich hier meine beiden Charaktere hatte. Es war von Beginn an sehr angenehm und wir bauten eine Beziehung und Vertrauen auf, die während der Vorbereitung des Films noch weiter wuchsen.

KinoQuébec: Das führt auch gleich zu meiner nächsten Frage bezüglich des kleinen Jungen, Paul-André Brasseur. Er sprach also kein Inuktitut, sein Name klingt auch nicht nach einem Inuit …

Benoît Pilon: Seine Mutter ist Inuit, sein Vater ist Québecker.

KinoQuébec: Er war also bereits in Iqaluit, als Sie sich damals mit Natar getroffen haben. Hat er zuvor schon in anderen Filmen gespielt?

Benoît Pilon: Er hatte zuvor noch in keinem Film gespielt, aber in einem Werbespot. Ich glaube, dass er deswegen auf der Liste der Casting-Agentur war. Lange bevor wir uns zum ersten Mal in Iqaluit trafen, hatte die Besetzungschefin für “Ce qu’il faut pour vivre” ein Demo-Band von ihm gemacht, welches ich ihn Montréal gesehen habe. Er war in seiner Küche zu Hause, recht weit von der Kamera entfernt, eine weite Einstellung, die Zeilen, die er in Inuktitut sagen sollte, sagte er in Französisch und er war allgemein ziemlich schüchtern. Ich dachte nicht, dass das funktionieren würde und ich lehnte ihn ab. Einige Monate später war ich dann in Iqaluit, um mich mit Natar zu treffen und mich ein wenig auf Drehortsuche zu begeben. Ich fragte ein bisschen herum, ob jemand vielleicht einen kleinen Inuit-Jungen kenne, der Französisch spricht. Irgendjemand sagte mir dann: “Wir haben hier gerade einen kleinen Jungen, der mit seiner Mutter hier auf Urlaub ist. Vielleicht sollten Sie sich mit ihm treffen, er ist aus Montréal, er spricht Französisch!”. Ich traf mich also mit diesem Jungen. Ich sprach mit ihm, erklärte ihm einige Sachen und er hörte zu und war sehr ruhig. Als ich ihm die Geschichte des Films erzählte sagte er plötzlich “Dafür habe ich vorgesprochen!” und ich antwortete “Was meinst Du damit, Du hast dafür vorgesprochen?”. Auf einmal machte es klick und ich erinnerte mich an das Demo-Band. Ich habe ihm also dann gesagt, dass wir eine kleine Szene mit Natar einrichten würden und dass er bis morgen ein paar Worte in Inuktitut lernen soll. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon davon überzeugt, dass er die Rolle spielen konnte. In der Szene mit Natar war Paul-André dann ganz natürlich und ruhig, er versuchte nicht, zu viel zu machen. Ich sagte ihm, dass ich mich im August wieder mit ihm treffen würde (es war Juni) und dass er bis dahin drei Szenen lernen sollte, die eine beachtliche Menge an Dialog hatten. Ich sagte ihm auch, dass ich dann zu diesem Zeitpunkt meine Entscheidung treffen würde. Ich traf ihn also im August wieder und er hatte seine Zeilen gelernt, sie waren noch nicht perfekt, aber ich konnte sehen, dass er sich sehr viel Mühe gegeben hatte und dass er auf dem richtigen Weg war und ich sagte “Los geht’s!”. Natar kam dann für den ersten Drehtag im Oktober schon etwa zwei Wochen früher und wir trafen uns mit Paul-André. Paul-Andrés Mutter war damals auch dabei und die Dynamik der Szene funktionierte auf einmal nicht mehr wirklich. Die Mutter war natürlich mächtig stolz auf ihren Sohn, aber Paul-André war sehr schüchtern in dieser Situation, er spielte nicht mehr so frei. Er sagte seine Zeilen, aber ohne die Natürlichkeit, die ich mir erhofft hatte. Natar sollte nach dem ersten Drehtag eigentlich zurück nach Iglulik fliegen und Ende November wieder für den Hauptdreh zurückkommen, doch er bot an, die fünf Wochen hier zu bleiben, damit wir mit Paul-André weiterarbeiten konnten. Wir haben die Mutter dann gebeten, zu Hause zu bleiben und wir arbeiteten zwei bis drei Mal die Woche mit Natar und Paul-André zusammen. Und dann, nur durch das Proben und Natars Hilfe mit der Sprache funktionierte es. Ich bat Paul-André, verschiedene Sachen auszuprobieren, damit der Text leichter und natürlicher heraus kamen. Es war eine Menge Arbeit, aber er hat das schließlich gepackt.

KinoQuébec: Hat Paul-André dabei die Sprache gelernt?

Benoît Pilon: Er hat seinen Text gelernt, man kann innerhalb weniger Monate keine Sprache lernen. Aber er hatte es im Ohr, da seine Mutter ihn öfter mit in den Urlaub nach Iqaluit genommen hatte und da war er dann der Sprache ausgesetzt, er war also in einer passiven Art und Weise damit vertraut. Im Gegensatz dazu musste der Schauspieler, der den Priester im Film spielt, bei Null anfangen. Es war wirklich schwer für ihn.

KinoQuébec: Wir haben bereits ein wenig über “Atanarjuat – The Fast Runner” gesprochen. Zacharias Kunuk steht an der Spitze von etwas, das vielleicht so etwas wie das “Kino der Inuit” werden könnte. Wie sind Ihrer Meinung nach die Aussichten für diese Filme und wie wichtig ist es, dass die Inuit und andere First Nations nicht nur ihre eigenen Filme produzieren, sondern auch Bestandteil des Québeckischen und Kanadischen Kinos sind?

Benoît Pilon: Das ist sehr wichtig. Ich bin der Meinung, dass all die Mitglieder der First Nations dazu in der Lage sein sollten, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und denke auch, dass wir – die Weißen – von der Geschichte und den Geschichten der First Nations inspiriert werden. Wir sollten auf jeden Fall jetzt und in Zukunft weiter zusammen an Projekten arbeiten, wir können sehr viel voneinander lernen.

KinoQuébec: Glauben Sie, dass Zacharias Kunuks Filme so etwas wie der Grundstein für eine Art “Kino der Inuit” sein können und gibt es eine Zukunft für diese Filme, einen Markt? Ich spreche jetzt von Filmen wie “Atanarjuat”, “The Journals of Knud Rasmussen” (Die Tagebücher des Knud Rasmussen) und “Le jour avant le lendemain” (Der Tag vor dem nächsten Tag) …

Benoît Pilon: Witzigerweise können wir – man erwähnt es nur meistens nicht – bei all den Filmen, die Sie genannt haben, eine weiße Person am Ursprung des Projekts finden. Wir neigen immer dazu, vom Film “von Zacharias Kunuk” zu sprechen, da Norman Cohn gerne Zacharias ins Rampenlicht stellt. Aber Norman ist einer der Produzenten und der Initiator des Projekts. Er arbeitet mit den Menschen in der Gemeinde von Iglulik, er hat dort eine Weile gelebt und wurde Mitglied der dortigen Gemeinschaft. Er ist ganz stark verbunden mit der Idee und der Verwirklichung von “Atanarjuat” und “The Journals of Knud Rasmussen”. Und wenn wir über den anderen Film sprechen, den Sie erwähnt haben, “Le jour avant le lendemain” von Marie-Hélène Cousineau: Sie war früher einmal Norman Cohns Frau oder Lebenspartnerin und sie hat auch einige Zeit in Iglulik gelebt. Sie arbeitet mit den Inuit Frauen, sie arbeiten eng zusammen und ihr Beitrag zu diesen Projekten ist immens, aber man sollte eben auch erwähnen, dass Norman und Marie-Hélène in diesen Prozess involviert sind und ganz entscheidend für die Geburt dieser Projekte waren. Sie arbeiten alle zusammen, das ist großartig. Eine ganz tolle Sache ist auch die IBC (Inuit Broadcasting Corporation, eigene Fernsehstation der Inuit, Anm. d. Übersetzers). Dort werden viele Dokumentationen und andere Sendungen gemacht. Es sind hauptsächlich Inuit dort beschäftigt, aber sie stellen auch weiße Leute ein. Diese ganzen Technologien kamen dort erst vor wenigen Jahren an, es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sie immer noch dabei sind, sich mit diesem Medium zurechtzufinden und herauszufinden, wie man damit Geschichten erzählt. Die Inuit sind seit Jahrhunderten Geschichtenerzähler, aber eben nicht mit dieser Art von Medium. Aber sie sind dabei, ihre eigenen Fähigkeiten mit diesem Medium zu entwickeln, die haben jede Menge Talent, beispielsweise bei den Schauspielern: Natar ist fantastisch und sie haben noch viele andere Schauspieler, die einfach großartig sind. Die Inuit sind ganz natürliche Schauspieler. Selbstverständlich stellt sich ganz allgemein dabei auch die Frage den verfügbaren Produktionsmitteln, aber die digitalen Technologien machen es für die Inuit sehr viel leichter, in dieser Sache aufzuholen.

KinoQuébec: Wir nähern uns langsam dem Ende dieses Gesprächs und ich würde gerne vom “Kino der Inuit” noch einmal zum Cinéma Québécois zurückkommen. Wer ist für Sie die wichtigste Figur in der Geschichte des Kinos von Québec und warum?

Benoît Pilon: Das ist eine ziemlich kniffelige Frage! Das Kino von Québec ist sehr reichhaltig, aber es gibt einen besonders starken Hintergrund im Bereich des Dokumentarfilms, wie Sie schon erwähnten. Pierre Perrault und Michel Brault haben etwas Wunderbares für unser Kino geleistet, nicht nur was ihre eigenen Filme angeht, sondern auch wie es die Kinolandschaft Québecs im Allgemeinen beeinflusst hat. Und Michel Brault ist einfach nur eine ganz große Gestalt, sowohl im Bereich des Dokumentarfilms als auch im Bereich des Spielfilms, er ist so etwas wie der Vater unseres Kinos. Dann gibt es da auch noch einen Film, den ich wirklich sehr mag, “Les Bons Débarras” (etwa “Die hätten wir vom Hals”, Anm. d. Übersetzers) von Francis Mankiewicz. Es ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme aus Québec. Ein sehr wichtiges Stück Film- und Kulturgeschichte Québecs. Aber dann ist da auch noch Claude Jutra, da ist es also wirklich schwierig, sich für eine Person zu entscheiden. Ich persönlich sehe mich selbst in einer Tradition, die sich mit der Realität beschäftigt, die aber auch in der Lage ist zu träumen und das Reich des reinen Realismus zu verlassen. Ich denke, dass Mankiewicz das in “Les Bons Débarras” sehr schön gemacht hat, er hat seinem Film eine lyrische und poetische Dimension hinzugefügt.

KinoQuébec: Dies bringt uns dann auch zu meiner letzten Frage. Welche drei Filme aus Québec würden Sie jemandem empfehlen, der noch nie vorher einen Film aus Québec gesehen hat? Ich denke mit “Les Bons Débarras” haben wir schon einen Kandidaten …

Benoît Pilon: Soviel ist mal sicher. Das ist dann für die Zeitraum der 70er und 80er-Jahre. Um die Wurzeln unseres Dokumentarfilms zu verstehen, würde ich definitiv “Pour la suite du monde” (etwa “Für die, die folgen werden”, Anm. d. Übersetzers) von Pierre Perrault und Michel Brault empfehlen, der Film ist der Grundstein einer sehr starken Tradition. Und wenn wir aus den drei Filmen auch vier machen können, dann würde ich noch “Léolo” von Jean-Claude Lauzon und “La Grande Séduction” (Die große Verführung, Anm. d. Übersetzers) von Jean-François Pouliot. “La Grande Séduction” ist eine intelligente Komödie, auch wieder verwurzelt in der Realität Québecs, aber auch mit vielen Fantasy-Elementen. Ich denke, dass das einem einen guten Überblick über das verschafft, was wir hier in Québec haben.

KinoQuébec: Merci beaucoup!

Benoît Pilon: Avec plaisir!

Gesprächsführung, Transkription und Übersetzung aus dem Englischen: Florian Reichart

Foto: © D. Chartrand

Nächster Interview-Gast bei KinoQuébec: Richard Comeau, Cutter, u.a. “Ce qu’il faut pour vivre”, “Polytechnique”, “Maelström”, “An American Haunting” …