LeoloKinoQuébec ist zwar im Web und damit gewissermaßen auf der ganzen Welt zu Hause, allerdings befindet sich die nicht-virtuelle Heimat dieses Blogs im mittelfränkischen Erlangen. Deshalb möchte ich besonders gerne darauf hinweisen, dass am kommenden Donnerstag, 23. Juli 2009, um 22:00 Uhr ein großes Meisterwerk der Québecker Filmgeschichte beim Open Air-Kino im Erlanger Kulturzentrum E-Werk zu sehen sein wird, Jean-Claude Lauzons “Léolo”.

Diese im wahrsten Sinne des Wortes “fantastische” Tragi-Komödie handelt von kleinen Léo, der zwar im Montréaler Stadtteil Mile-End aufwächst, den aber eine ständige Sehnsucht nach Italien umtreibt. Er glaubt fest daran, dass er der Nachkomme einer mit Sperma kontaminierten italienischen Tomate sei und besteht deshalb auch darauf, Léolo genannt zu werden, obwohl er eigentlich nur Léo heißt. Wer nun glaubt, Léolo habe nicht alle Tassen im Schrank, der kennt den Rest seiner schrecklich netten Familie noch nicht …

Angesichts der Qualität dieses wunderbar bizarren und charmanten Films scheint es um so tragischer, dass der Regisseur Jean-Claude Lauzon bereits wenige Jahre später im Alter von nur 43 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam und neben “Léolo” nur zwei andere Spielfilme hinterließ. Ich werde die Gelegenheit hier jetzt jedenfalls dazu nutzen, den Film doch noch in meiner Bestenliste aufzunehmen …

Leider wird der Film in der deutschen Synchronfassung gezeigt.